Abteilungsleiter:

Frank Lehnen

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Judo (kurze Fassung)

 

Im Jahre 1882 entwickelte der Japaner Jigiro Kano aus der alten, ursprünglich nur von den Samurai praktizierten Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung Jiu-Jitsu, eine neue Form des sportlichen Zweikampfes.


Auf gefährliche Angriffs- und Verteidigungstechniken wurde verzichtet. So wurden insbesondere Schläge und Stöße mit Armen und Beinen entfernt und Hebeltechniken in ihrer Anwendung begrenzt. Hinzu kamen Übungen des Fallens. Kano gab seinem System den Namen JUDO (sanfter Weg).

 

Das Prinzip des Judozweikampfes besteht darin, mit minimalen eigenem Krafteinsatz die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Die Kraft des Gegners wird dabei mittels Wurf- und Grifftechniken geschickt ausgenutzt, sein Zug wird mit Druck, sein Druck wird mit Zug beantwortet und bringt ihn so aus dem Gleichgewicht. Auch ein erheblich größerer und stärkerer Gegner kann so leicht geworfen werden, wenn er die Grundprinzipien des JUDO nicht beherrscht.

 

Jede Judoübung wird mit einem Partner und nicht gegen einen Gegner durchgeführt, für dessen Fortschritt man sich ebenso verantwortlich fühlt, wie für den eigenen. Somit dient das Training auch einer inneren Weiterentwicklung durch gegenseitiges Helfen und Verstehen.

Judo (lange Fassung)

 
Der Begründer des Judo JIGORO KANO (28.10.1860-04.05.1938) gründete im Jahr 1882 eine kleine Schule (Dojo), den KODOKAN (Ort zum Studium des Weges). Er lehrte eine Neukombination eines Zweikampfsystems, welches auch der Charakter- und Persönlichkeitsbildung zu dienen bestimmt war. Er nannte es Judo (sanfter Weg). Die Techniken, die zur Anwendung gelangten, stammten aus dem Ju-Jitsu bzw. Jiu-Jitsu. Zusätzlich unterstellte er die Techniken zwei wichtigen und grundlegenden Prinzipien des Judo.


Jigoro Kano Zum einen ist da das Prinzip von der 'größtmöglichen Wirkung'. An dem Prinzip von der 'größtmöglichen Wirkung' sind die Gesetze des Nachgebens, des Gleichgewichtbrechens und des vernünftigen Krafteinsatzes - nur so viel Kraft verwenden, wie gerade gebraucht wird - beteiligt. Zum anderen ist da das moralische Prinzip vom 'gegenseitigen Helfen und Verstehen'. Dieses Prinzip bedeutet kurz gesagt, daß jede Judo-Übung mit einem Partner und nicht gegen einen Gegner durchgeführt wird. Ohne Partner, ohne willige Freunde, ist Judo nicht möglich.

Anfang des letzten Jahrhunderts kam Judo auch nach Deutschland. Im Jahre 1905 eröffnete Erich Rahn die erste Judo-Schule in Berlin und 1920 war Alfred Rhode einer der Mitbegründer des ersten deutschen Judo-Clubs in Frankfurt.

 

 


Das DOJO:
Im Idealfall findet das Judotraining in einem DOJO (wörtlich: Platz zum Üben des Weges) statt. In einem DOJO gibt es eine gewisse Raumaufteilung, so daß die vier Seiten des DOJO eine besondere Bedeutung haben. Die Ehrenseite eines DOJO, KAMIZA (wörtlich: 'Göttersitz'), befindet sich gegenüber dem Eingang. Dort hängt dann auch in der Regel ein Bildnis des JIGORO KANO oder des DOJO-Begründers oder ähnliche Sinnbilder. Auf der rechten Seite vom Eingang befindet sich dann YOSEKI, der Sitz der Lehrer, und auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich SHIMOSEKI, die Schülerseite. An der Eingangsseite ist letztlich SHIMOZA, der Platz für Besucher. Generell sind KAMIZA und YOSEKI die Seiten für Offizielle, Ehrengäste und Lehrer.

Der Gruß:
Am Anfang sowie am Ende jeder Trainingsstunde, ist Teil des Trainings. Der Gruß im Judo ist natürlich aus dem Asiatischen übernommen und ist die Verbeugung. Es gibt sie sowohl im Stand als auch - formaler - im Kniesitz. Mit der Verbeugung bringt der Judoka zum Ausdruck, daß er sein Gegenüber als Partner akzeptiert, daß er die Regeln achten will und daß von jetzt ab alle Gedanken nur auf Judo gerichtet werden.

Der Judoanzug:
Der Anzug eines Judoka wird JUDOGI genannt. Beim Judogi gibt es eine bestimmte Tragweise. Die Hose wird gut zugebunden, damit sie während des Trainings nicht rutscht. Der Gürtel (OBI), welcher die Jacke zusammenhält, ist korrekt mit einem flachen Knoten zu binden.

Der Griff:
Judowürfe nennt man auf japanisch 'NAGE-WAZA', was soviel bedeutet wie 'Technik des Werfens' oder auch 'Kunst des Werfens'. Zum Werfen ist notwendig, daß der Partner mit den Händen gefaßt wird (= KUMI KATA). Dabei erfaßt man mit der rechten Hand den Kragen (= ERI) der Jacke und mit der linken Hand wird der Jackenärmel gefaßt, etwa in Höhe des Ellbogens. Diese Form des Fassen ist der sogenannte Grundgriff (ERI-KUMI-KATA) für die Rechtsausführung einer Technik.

Das Gleichgewichtsbrechen:
Der Judoka muß auch verstehen, die Wurftechnik in einem günstigen Moment anzuwenden. Es ist an dem Werfenden (TORI) diesen günstigen Moment herbeizuführen. Zum einen durch Bewegung und zum anderen durch Gleichgewichtsbrechen (KUZUSHI). Mit dem Gleichgewichtsbruch bringt man den Fallenden (UKE) in eine labile Position, die es dann TORI ermöglicht, ohne großen Kraftaufwand, UKE zu werfen. Die acht Hauptrichtungen für das Gleichgewichtsbrechen (= HAPPO-NO-KUZUSHI) sind: nach hinten, nach hinten rechts und links; zur Seite rechts und links; nach vorn, nach vorn rechts und links.

Die Wurfphasen:
Eine Wurftechnik gliedert sich in mehrere Phasen.
1. Phase: Der Griff (KUMI-KATA).
2. Phase: Das Gleichgewichtsbrechen (KUZUSHI)
3. Phase: Hineindrehen in den Wurf (= TSUKURI)
4. Phase: Die labile Position des Partners auszunutzen und die 5. Phase vorbereiten.
5. Phase: Werfen (KAKE) des Partners.
Für UKE kommt noch eine weitere Phase hinzu, das Fallen (Ukemi).

Bewegungsvorgaben:
Es gibt acht verschiedene Bewegungsvorgaben, die von TORI und UKE beherrscht werden müssen. Aber nicht jede der 8 Bewegungsvorgaben finden bei jeder Wurftechnik Anwendung, sondern zu den verschiedenen Wurftechniken gehören auch verschiedene Bewegungsvorgaben. Das hängt zum einen mit bestehenden Judoprinzipien zusammen und zum anderen mit der auszuführenden Technik selbst.

 

 

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Das Stehen und die Bewegung auf der Matte
 

Im Judo gibt es verschiedene Formen des Bewegens (SHINTAI TAI-SABAKI) und Stehens (SHISEI) auf der Matte.

Das Stehen auf der Matte soll ein leichtes Angreifen bzw. Verteidigen ermöglichen. Zu diesem Zweck steht der Judoka in normaler, aufrechter Stellung, die Füße schulterbreit auseinander, auf der Matte. Diese Grundstellung (SHIZEN-HONTAI) erlaubt einen sicheren Stand und das schnelle Starten einer Aktion. Die Grundstellung wird variiert, indem man entweder den rechten (= MIGI-SHIZEN-HONTAI) oder den linken (= HIDARI-SHIZEN-HONTAI) Fuß nach vorne stellt.

Die drei Grundstellungen werden zu Verteidigungspositionen (JIGOTAI), wenn der Judoka ein wenig in die Knie geht und dadurch seinen eigenen Körperschwerpunkt nach unten verlagert. Der Oberkörper bleibt dennoch aufrecht und entspannt.

Die normale Art zu gehen (AYUMI-ASHI), bei der man erst die Hacken aufsetzt und dann den Fuß abrollt, ist im Judo nicht immer von Vorteil, so daß eine besondere Art zu gehen entstanden ist, TSURI-ASHI: Der Fuß verliert während der Bewegung nie den Kontakt zur Matte, damit eine augenblickliche Herstellung des sicheren Stands gewährleistet ist. Die Fußsohle gleitet während der Bewegung über die Matte, sie wird parallel zur Matte geführt.

Eine andere Art der Gleitbewegung, in Form von Nachstellschritten über die Matte, nennt man 'TSUGI-ASHI'. Bei dieser Bewegung wird der nachgezogene Fuß bis auf die gleiche Höhe oder den vorherigen Platz des anderen Fußes gestellt, überholt ihn aber nie.

Mit TSURI-ASHI und TSUGI-ASHI kann der Judoka sich vorwärts, rückwärts und seitwärts über die Matte bewegen. Doch kommt es vor, daß eine Körperdrehung notwendig ist, um die richtige Position zum Partner zu erlangen. Auch bei den Körperdrehungen, die man TAI-SABAKI nennt, bewegt sich der Judoka mit Gleitschritten über die Matte. Die Drehung erfolgt nicht auf der ganzen Fußsohle, sondern lediglich auf dem Fußballen. Während der Drehbewegung sollte der Judoka darauf achten, daß der schulterbreite Abstand der Füße gewahrt bleibt.


 

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Übungsformen
 

KATA:
Unter KATA versteht man eine festgelegte Form von Bewegungsabläufen und Techniken, die ein bestimmtes Ziel verdeutlichen sollen. z.B. die NAGE-NO-KATA = Prinzip des Werfens oder die KATAME-NO-KATA = Prinzip der Bodentechniken.

RANDORI:
RANDORI ist ein Übungskampf bei dem alle Techniken nicht mit letztem Einsatz durchgeführt werden. Beim RANDORI ist es völlig gleich, wer wirft und wer geworfen wird. Es gibt keinen Sieger und keinen Verlierer. Man kann das RANDORI nur auf den Stand (= Standrandori) oder nur auf den Boden (= Bodenrandori) beschränken.

SHIAI:
SHIAI ist Wettkampf mit letztem Einsatz und Siegeswillen. Der Wettkampf wird unter Aufsicht von einem oder mehreren Kampfrichtern nach feststehenden Regeln durchgeführt.
 

Vor Beginn seiner ersten internationalen Judo-Sommerschule vom 7. - 12. August 1932 setzte sich Alfred Rhode mit dem Gründer des Kodokans in Tokio, Herrn Professor Jigoro Kano, in Verbindung. Er teilte ihm mit, dass er beabsichtige die Technik des europäischen Judo durch die Schaffung dieser jährlich im Sommer abgehaltenen Lehrgänge zu fördern, zu denen er auch japanische Lehrer wie Koizumi, Tani, Ishiguro, Dr. Kitabatake, Otani, Dr. Kitayama und Hano Rhi einzuladen gedenke.

Er bat ihn, seine Grundsätze und Gedanken über Judo schriftlich darzulegen, um in diesem Sinne die Lehrgänge durchzuführen. Herr Professor Kano sandte ihm darauf hin den nachfolgenden Beitrag, der die Grundzüge des Judo so anschaulich darstellt, dass man sie gut und gerne als einen philosophischen Lebensleitfaden bezeichnen kann.
 

"Der Beitrag des Judo zur Erziehung"
Von Exzellenz Professor Jigoro Kano
(Mitglied des japanischen Oberhauses, Präsident und Gründer des Kodokans, Ehrenpräsident und Gründer der Japanischen Athleten-Association und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Japan
)
 

Der Zweck dieser Zeilen ist, Ihnen in den Hauptzügen zu erklären, was Judo ist.

In unserer Ritterzeit gab es viele militärische Übungen wie Fechten, Bogenschießen, Speerwerfen usw. Unter diesen wird eine Jiu-Jitsu genannt, eine zusammengesetzte Übung, hauptsächlich bestehend aus den Arten des Kampfes ohne Waffen, wobei gelegentlich aber auch Dolche, Schwerter und andere Waffen, benutzt wurden. Die Arten des Angriffs waren meist Werfen, Schlagen, Würgen, Stoßen oder Treten des Gegners, den Gegner niederhalten, Arme oder Beine des Gegners biegen oder verdrehen, um Schmerzen oder Bruch zu verursachen. Der Gebrauch von Schwertern und Dolchen wurde auch gelehrt. Wir hatten auch zahlreiche Wege, uns gegen solche Angriffe zu wehren. Diese Übungen in einfachster Form bestanden sogar in unserem mythologischen Zeitalter. Aber die systematische Unterweisung, als eine Kunst, reicht erst ungefähr 350 Jahre zurück.

In meiner Jugend studierte ich diese Kunst bei drei hervorragenden Meistern dieser Zeit. Der größte Nutzen stammte von diesem Studium, es lehrte mich mit dem Gegenstand ernsthafter umzugehen und 1882 eröffnete ich eine eigene Schule, die ich Kodokan nannte. Kodokan bedeutet "Schule zum Studium des Wegs". Die wirkliche Bedeutung des "Wegs" ist der Begriff des Lebens. Ich nannte den Gegenstand, den ich lehrte "Judo" statt "Jiu-Jitsu". Zuerst will ich Ihnen die Bedeutung dieser Worte erklären. "Jiu" bedeutet sanft oder nachgeben, "Jitsu" Kunst oder Kunstgriff, und "do" Weg oder Grundsatz; so bedeutet "Jiu-Jitsu", eine Kunst erst nachzugeben um schließlich den Sieg zu erringen; während Judo bedeutet den Weg oder Grundsatz desselben.

Lassen Sie mich nun erklären, was mit dieser Sanftheit oder dem Nachgeben wirklich gemeint ist. Nehmen wir an, wir messen die Stärke eines Mannes mit Einheiten von eins. Zum Beispiel die Stärke eines vor mir stehenden Mannes wird von 10 Einheiten dargestellt, während meine Stärke, die geringer ist, nur 7 Einheiten darstellt. Wenn er mich nun mit seiner ganzen Kraft stößt, werde ich natürlich zurückgestoßen oder hingeworfen, auch wenn ich meine ganze Kraft gegen ihn nutze. Dies würde geschehen, obgleich ich meine ganze Kraft gegen ihn wenden würde, Kraft gegen Kraft gemessen. Aber, wenn ich, anstatt mich ihm entgegenzustellen, nachgebe und meinen Körper gerade soviel zurückziehe, wie er mich gestoßen hat und dabei das Gleichgewicht halte, dann würde er sich natürlich vorwärtsneigen und dabei sein Gleichgewicht verlieren.

In dieser neuen Stellung wird er so schwach (nicht in wirklicher physischer Stärke, sondern angesichts seiner ungeschickten Stellung), dass seine Stärke in diesem Augenblick nur 3 Einheiten darstellt statt seiner normalen 10 Einheiten. Während dessen erlange ich, immer Gleichgewicht haltend, meine volle Kraft wieder, die ursprünglich 7 Einheiten darstellte. Hierdurch bin ich augenblicklich in einer günstigen Lage, und ich kann meinen Gegner mit nur halber Kraft schlagen, das ist die Hälfte von 7 oder 3 1/2 gegen 3. Dies lässt die Hälfte meiner Kraft für andere Zwecke verfügbar. Falls ich größere Kraft als mein Gegner hätte, könnte ich ihn natürlich zurückstoßen. Aber auch in diesem Falle, wenn ich ihn zurückstoßen wollte und auch die Kraft dazu hätte, würde ich, um mit meiner Energie besser Haus zu halten, zuerst nachgegeben haben.

Dies ist ein einfaches Beispiel dafür, wie ein Gegner durch Nachgeben geschlagen werden kann. Andere Beispiele mögen folgen.

Angenommen mein Gegner versucht, meinen Körper zu drehen in der Absicht mich zu Fall zu bringen. Würde ich ihm widerstehen, würde ich bestimmt zu Boden geworfen werden, weil meine Kraft nicht ausreicht, ihm Widerstand zu leisten. Aber wenn ich andererseits ihm Raum gebe und meinen Gegner noch ziehe, kann ich ihn sehr leicht absichtlich werfen, besonders wenn ich dabei zu Boden gehe.

Ich will noch ein anderes Beispiel geben. Angenommen wir gehen einen Bergpfad entlang, an einer Seite ein Abgrund und dieser Mann springt plötzlich auf mich zu und versucht, mich in den Abgrund zu stürzen. In diesem Falle könnte ich es nicht verhindern, in den Abgrund geworfen zu worden, auch wenn ich es versuchte ihm zu widerstehen, während im Gegenteil, wenn ich ihm nachgebe, im selben Augenblick meinen Körper wende und meinen Gegner zum Abgrund ziehe, so kann ich ihn leicht über den Rand werfen und zur selben Zeit meinen Körper auf dem Boden in Sicherheit bringen.

Ich kann noch beliebig viele Beispiele anführen, aber ich denke, die, die ich gegeben habe, genügen, damit Sie verstehen, wie ich einen Gegner durch Nachgeben besiegen kann, und da gibt es so viele Beispiele im Jiu Jitsu-Kampf, in welchem dieser Grundsatz angewendet ist, und weswegen der Name Jiu-Jitsu (das ist sanft oder nachgeben) zum Namen dieser ganzen Kunst geworden ist.

Aber, genau gesprochen, das wirkliche Jiu-Jitsu ist etwas mehr. Die Wege, den Sieg über einen Gegner durch Jiu-Jitsu zu erringen, sind nicht darauf beschränkt, den Sieg durch Nachgeben zu erringen. Manchmal schlagen, stoßen und würgen wir auch im körperlichen Kampf, aber im Gegensatz zum Nachgeben sind dies verschiedene Formen von positivem Angriff. Manchmal hält der Gegner das Handgelenk fest. Wie kann man sich freimachen, ohne seine Kraft gegen des Gegners Griff anzuwenden? Dasselbe kann man sagen, wenn jemand einen Gegner vom Rücken aus angreift. Wenn also der Grundsatz des Nachgebens nicht alle Kniffe des Jiu-Jitsu-Kampfes erklären kann, gibt es dann überhaupt einen Grundsatz, der wirklich das ganze Feld deckt? Ja, den gibt es, das ist der Grundsatz des möglichst wirksamen Gebrauchs von Geist und Körper und Jiu-Jitsu ist nichts anderes als die Anwendung dieses alldurchdringenden Grundsatzes anzugreifen und zu verteidigen.

Kann dieser Grundsatz auch auf anderen Gebieten menschlichen Wirkens angewandt werden? Ja, denselben Grundsatz kann man anwenden zur Vervollkommnung des menschlichen Körpers, um ihn kräftig, gesund und nützlich zu machen, hiernach zu handeln bedeutet die körperliche Erziehung. Er kann auch angewandt werden zur Vervollkommnung der intellektuellen und moralischen Kraft und bedeutet dann die geistige und moralische Erziehung. Er kann ebenso angewandt werden zur Vervollkommnung von Kost, Kleidung, Wohnung, gesellschaftlichen Verkehr und Geschäftsgebaren und bedeutet Studium und Übung auf den Wegen des Lebens. Ich gab diesem alles durchdringenden Grundsatz den Namen "Judo". So ist Judo im weiten Sinne ein Studium und eine Übungsmethode für Geist und Körper wie auch für die Vorschriften des Lebens und Geschäfts.

Daher kann Judo, in einer von diesen Formen studiert und geübt werden mit Angriff und Verteidigung als Hauptziel. Bevor ich den Kodokan eröffnete, wurden diese Angriffs- und Verteidigungsformen studiert und geübt nur unter dem Namen Jiu-Jitsu, verschiedentlich auch genannt Taijutsu, das bedeutet, die Kunst den Körper zu handhaben oder Yawara, die sanfte Handhabung. Aber ich kam zu der Einsicht, dass das Studium dieses alles durchdringenden Grundsatzes wichtiger ist als das bloße Üben des Jiu-Jitsu, weil das richtige Verstehen dieses Grundsatzes uns nicht nur befähigt, ihn in allen Lebenslagen anzuwenden, sondern auch große Dienste leistet beim Studium der Kunst des Jiu-Jitsu selbst.

Man kann diesen Grundsatz nicht nur so erfassen, wie ich es tat. Man kann zu demselben Schluss kommen durch philosophische Betrachtungen der täglichen Geschehnisse oder durch abstrakte philosophische Ergründung. Aber als ich anfing zu lehren, hielt ich es für ratsam, demselben Verlauf zu folgen, den ich beim Studium dieser Sache nahm, denn dadurch konnte ich den Körper meiner Schüler gesund, kräftig und nützlich machen. Gleichzeitig konnte ich Ihnen helfen, diesen über aus wichtigen Grundsatz zu begreifen.

Aus diesem Grund begann ich die Unterweisung im Judo mit Übungen in Randori und Kata. Randori bedeutet freie Übung und wird unter den Bedingungen des wirklichen Kampfes gehandhabt. Es umfasst Stoßen, Würgen, den Gegner niederhalten und Arme oder Beine biegen und verdrehen. Die zwei Kämpfenden können jeden beliebigen Kniff anwenden, jedoch vorsichtig, um sich gegenseitig nicht zu verletzen, und müssen den Regeln des Judo betreffend Höflichkeitsformen gehorchen. Kata, was wörtlich Form bedeutet, ist ein regelmäßiges System von vorbereiteten Übungen, wie Stoßen, Schlagen, Werfen, Stechen usw., nach Regeln, so dass jeder Kämpfer vorher genau weiß, was sein Gegner tun wird. Das Üben von Stoßen, Schlagen, Werfen und Stechen wird in Kata gelehrt und nicht in Randori, denn würden sie in Randori angewandt, könnte leicht ein Unfall entstehen, während in Kata nicht so leicht Unfälle entstehen können, weil alle Angriffe und Abwehren vorbereitet sind.

Randori wird in verschiedenen Formen geübt. Ist das Ziel einfach ein Üben der Angriffs- und Verteidigungsformen, kann die Aufmerksamkeit besonders gerichtet werden auf das Üben der wirksamsten Mittel beim Werfen, Biegen oder Verdrehen, ohne dabei besondere Absicht auf die Entwicklung der Körper, oder die geistige und moralische Kultur zu legen.

Randori kann auch studiert werden mit physischer Erziehung als Hauptziel. Ich habe schon gesagt, alles muss mit dem Grundsatz von größter Wirksamkeit verrichtet werden. Wir wollen nun sehen, wie die bestehenden Systeme der körperlichen Erziehung diese Prüfung bestehen. Im ganzen genommen, ist Athletik wohl nicht die ideale Form der körperlichen Erziehung, denn jede Bewegung ist nicht zur allgemeinen Ertüchtigung des Körpers gewählt, sondern um irgendein anderes bestimmtes Ziel zu erreichen. Und weiter, verlangen wir eine besondere Ausrüstung und lassen eine Anzahl Personen daran teilhaben, so ist diese Athletik eine Übung für nur eine bestimmte Gruppe von Menschen und nicht ein Mittel, die physischen Bedingungen einer ganzen Nation zu verbessern. Dies trifft zu beim Boxen, Ringen und verschiedenen Sorten militärischer Übungen, die in der ganzen Welt geübt werden. Dann mögen die Leute fragen: "Ist Gymnastik nicht eine ideale Form von nationaler körperlicher Ertüchtigung?"

Darauf antworte ich, dass es wohl eine ideale Form von körperlicher Erziehung ist, die es ermöglicht, den ganzen Körper zu entwickeln und nicht unbedingt besondere Ausrüstung und Teilnehmer verlangt. Aber bei der Gymnastik mangelt es an sehr wichtigen Dingen, die für die physische Erziehung einer ganzen Nation wesentlich sind.

Diese Mängel sind:

Verschiedene gymnastische Bewegungen haben keinen Sinn und sind natürlich ohne Interesse,
Kein weiterer Nutzen wird durch das Üben gewonnen,
Erlangung von besonderer Geschicklichkeit kann bei der Gymnastik nicht so sehr erreicht werden wie bei manchen anderen Übungen.

Von diesem kurzen Überblick über das ganze Gebiet der körperlichen Erziehung kann ich sagen, dass bis jetzt noch keine ideale Form erfunden ist, die die notwendigen Bedingungen dazu erfüllt.

Diese ideale Form kann nur erschaffen werden durch ein Studium begründet auf größter Wirksamkeit. Um all diese Bedingungen und Forderungen zu erfüllen, muss ein System erfunden werden, das als erste Überlegung die allgemeine Entwicklung des Körpers hat wie In dem Fall der Gymnastik. Das nächste wäre, die Bewegungen müssten einen Sinn haben, so dass sie mit Interesse ausgeführt würden. Dann wieder, die Bewegungen müssen so sein, dass sie keinen großen Raum, keine besondere Kleidung oder Ausrüstung verlangen. Weiterhin müssen sie so sein, dass sie sowohl einzeln als auch in Gruppen ausgeführt werden können.

Dies sind die Bedingungen und Forderungen für ein befriedigendes System zur körperlichen Erziehung einer ganzen Nation. Erst ein System, das diese Anforderungen erfolgreich erfüllt, kann als Programm zur körperlichen Erziehung, begründet auf den Grundsatz größter Wirksamkeit, in Erwägung gezogen werden.

Ich habe diesen Gegenstand lange Zeit studiert und habe zwei Formen gefunden, welche wohl alle diese Anforderungen erfüllen.

Eine Form nenne ich die "darstellende Form". Dies ist der Weg, Gedanken, Ideen und Gemütserregung durch Bewegungen der Glieder, des Körpers und des Kopfes darzustellen. Tanzen wäre eine dieser Beispiele, aber Tanzen ist nicht zum Zweck körperlicher Erziehung erfunden und darum kann man nicht sagen, dass es diese Forderungen erfüllt. Aber es ist möglich, verschiedene Arten von Tänzen zu erfinden, die für Menschen verschiedenen Geschlechts und geistiger und körperlicher Bedingungen passend, die moralische Gedanken und Gefühle ausdrücken, so das, verbunden mit der Ausbildung der geistigen Seite einer Nation, auch der Körper entwickelt werden kann in einer Art, die für alle geeignet ist.

Diese darstellende Form, nehme ich an, ist auf die eine oder andere Art üblich in Amerika und Europa, Sie werden wissen, was Ich meine, darum will ich dies nicht weiter behandeln.

Dann gibt es noch eine andere Form, die ich "Angriff- und Abwehr-Form" nenne. In dieser habe ich verschiedene Methoden des Angriffs und der Abwehr vereinigt, und zwar so, dass das Ergebnis zu einer harmonischen Entwicklung des ganzen Körpers führt. Die gewöhnlichen Methoden des Angriffs und der Abwehr, wie sie in Jiu-Jitsu gelehrt werden, kann man nicht als ideal für die Entwicklung des Körpers bezeichnen, darum habe ich sie so vereinigt, dass sie die notwendigen Bedingungen zur harmonischen Entwicklung des Körpers erfüllen. Man kann sagen, dies erfüllt zwei Zwe welches so sehr im athletischen Sport in der ganzen Welt betont wird. Die Ausbildung in Judo hat in Japan eine besondere moralische Bedeutung, weil Judo mit anderen kriegerischen Übungen von unseren Samurai, die einen hohen Ehrbegriff hatten, ausgeübt wurde, deren Geist uns durch Judo überliefert worden ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen erklären, wie das Prinzip der größten Wirksamkeit uns dabei hilft, die moralische Führung zu verbessern. Mancher ist gelegentlich sehr erregbar und geneigt sich über Kleinigkeiten zu ärgern. Aber wenn man begreift, dass erregt zu sein, einen unnötigen Verlust an Energie bedeutet und oft einem selbst oder anderen schaden kann, so wird der Schüler von Judo ein solches Verhalten vermeiden.

Mancher ist gelegentlich niedergeschlagen auf Grund von Enttäuschungen, ist traurig und hat keine Lust zu arbeiten. Ein solcher fühlt sich durch Judo veranlasst, herauszufinden, welches der beste Weg ist, den er beschreiten kann. Solch ein niedergeschlagener Mann scheint mir in derselben Lage zu sein, wie einer der auf der Höhe des Erfolges ist. In beiden Fällen gibt es nur einen Weg den er beschreiten kann, das ist der, den er selbst als den besten in diesem Zeitpunkt erkennt. So kann man sagen, dass die Lehre von Judo einen aus der Tiefe der Verstimmung in ein Stadium energischer Tätigkeit mit einer frohen Hoffnung in die Zukunft führen kann. Dieselbe Überlegung trifft auf jemanden zu, der unzufrieden ist. Unzufriedene Leute sind oft schlechter Laune, machen andere verantwortlich, ohne sich genügend um Ihren eigenen Beruf zu kümmern. Die Lehre von Judo wird solchen Leuten verständlich machen, dass ihr Verhalten gegen das Prinzip der größten Wirksamkeit verstößt und wird Ihnen klarmachen, dass sie mit der getreuen Befolgung dieses Prinzips sehr viel heiterer werden. So Ist die Lehre von Judo auf die verschiedensten Arten für eine moralische Lebensführung von Wert.

Schließlich möchte ich noch einige Worte über die Gefühlsseite vom Judo sagen. Wir kennen alle das angenehme Gefühl, das uns unsere Muskeln durch Übung geben, wir finden es angenehm, Fortschritte beim Gebrauch unserer Muskeln zu machen und ebenso erfreulich ist für uns die Empfindung der Überlegenheit über andere beim Kampf. Aber zu diesen angenehmen Empfindungen kommt noch die weitere aus den schönen Stellungen und Bewegungen, einerlei, ob man sie selbst ausführt oder bei anderen sieht. Die ästhetische Seite vom Judo besteht eben in der Übung und Beobachtung solcher Bewegungen, die gleichzeitig Symbole verschiedener Ideen sind.

Ich nehme an, Sie sehen nun, was Judo tatsächlich bedeutet im Gegensatz zu Jiu-Jitsu unserer Ritterzeit.

Wenn ich nun in einer kurzen Form zusammenfasse, worüber wir gesprochen haben, so möchte ich es folgendermaßen resümieren: Judo ist Studium und eine Übung von Geist und Körper, die für die Führung des Lebens und aller Angelegenheiten gilt. Aus der Übung der verschiedenen Methoden von Angriff und Verteidigung kam ich zu der Überzeugung, dass alles von der richtigen Anwendung des einen großen Prinzips abhängt: was immer das Ziel ist, es kann am besten erreicht werden durch den höchst wirksamen Gebrauch von Geist und Körper für diesen Zweck.

Ebenso wie dieses Prinzip auf die Methoden von Angriff und Verteidigung angewendet Jiu-Jitsu bedeutet, so bedeutet dasselbe Prinzip auf körperliche, geistige und sittliche Kultur angewendet, das Wesen vom Judo.

Wenn die wirkliche Bedeutung dieses Prinzips erkannt ist, kann es auf alle Seiten des Lebens und der Tätigkeit angewendet werden und befähigt uns ein würdiges und vernunftgemäßes Leben zu führen.

Das wirkliche Verständnis dieses Prinzips muss nicht unbedingt durch die Übungen in Angriff und Verteidigung erlangt werden, aber ich selbst kam zum Verständnis dieser Ideen durch die Übung in diesen Methoden.

Dieses Prinzip der größten Wirksamkeit in seiner Anwendung auf das gesellschaftliche Leben ebenso wie in seiner Anwendung auf Geist und Körper verlangt vor allem Ordnung und Harmonie unter seinen Mitgliedern und diese kann nur durch gegenseitige Hilfe und Nachsicht erreicht werden, die zu allgemeiner Wohlfahrt und Glück dienen. Das letzte Ziel vom Judo ist also, in den Geist eines jeden Respekt für das Prinzip der größten Wirksamkeit einzupflanzen und so allgemeine Wohlfahrt und Glück zu verbreiten. Betrachten wir den tatsächlichen gesellschaftlichen Zustand über die ganze Welt hin. Trotz der Tatsache, dass Ethik in allen ihren Formen (religiöser, philosophischer oder überlieferter Art) dazu da ist, das gesellschaftliche Verhalten der Menschen zu verbessern und einen idealen Zustand herbeizuführen, so zeigen uns die Tatsachen fast das Gegenteil. Wir sehen Laster, Streitigkeiten und Unzufriedenheit in jeder gesellschaftlichen Klasse von der höchsten bis zur niedrigsten. Während wir eine gesunde und ordentliche Lebensführung schon in der Schule gelehrt bekommen, neigt fast jeder dazu diese Regeln zu missachten.

Die tatsächlichen Verhältnisse beweisen, dass unserer Gesellschaft etwas fehlt, das ans Licht gebracht und allgemein anerkannt werden muss und das die jetzige Gesellschaft neu formen könnte und der Welt größeres Glück und mehr Zufriedenheit brächte. Das ist die Lehre der größten Wirksamkeit und allgemeiner Wohlfahrt und Glück.

Ich will damit nicht sagen, dass unsere alten überkommenen moralischen und sittlichen Vorschriften weniger beobachtet werden müssen. Indessen man lässt diese Vorschriften ebenso viel geachtet wie bisher aber man füge zu ihnen unser Prinzip der größten Wirksamkeit und allgemeinen Wohlfahrt hinzu. Dies sage ich mit allem Nachdruck weil in unserem Zeitalter der Kritik und der neuen Ideen jede neue Lehre einen unbestreitbaren Vernunftsgrund haben muss, wenn sie sich durchsetzen will. Jemand, der nachdenkt, sagt heutzutage nicht: "Weil ich dies oder jenes glaube, deswegen musst Du es auch glaube" oder "ich kam zu diesem oder jenen Schluss, durch meine eigene Überlegung, deswegen musst Du zu demselben Schluss kommen". Was man behauptet, muss auf Tatsachen gegründet sein oder auf einer vernünftigen Überlegung, die kein Gesunder verneinen oder bezweifeln kann. Sicherlich kann niemand das Prinzip verneinen: "Was auch das Ziel ist, es kann am besten erreicht werden durch den höchsten oder wirksamsten Gebrauch von Geist und Körper für diesen Zweck." Ebenso kann niemand bestreiten, dass nur durch Streben nach allgemeiner Wohlfahrt und Glück jedes Mitglied der Gesellschaft von Uneinigkeit und Streit abgehalten werden kann und in Frieden und Wohlfahrt lebt. Vermutlich ist es die allgemeine Anerkennung dieser Tatsachen, dass die Menschen soviel über Wirksamkeit und wissenschaftliche Organisation reden. Hinzu kommt, dass das Prinzip von Leistung und Gegenleistung immer mehr der bestimmende Faktor im Leben der Menschheit wird. Es ist doch wohl das Prinzip der allgemeinen Wohlfahrt und des Glücks, das so allgemein anerkannt wurde, dass man den Völkerbund gegründet hat und die Großmächte der Weit zusammenkamen, um Rüstungsbeschränkungen zu vereinbaren. Diese Tatsachen bedeuten auch eine klare Anerkennung der dringenden Notwendigkeit von Wirksamkeit und allgemeiner Wohlfahrt und Glück. Solche Bestrebungen müssen durch die Erziehung in jedem Lande gefördert werden.

Jigoro Kano


 

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Kleines Judo-Lexikon

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A
Ai-yotsu gleiche Auslage beider Kämpfer Ashi Fuss, Bein
Ashi-gatame mit Hilfe des Bein (Fuss, Knie) hebeln Ashi-guruma Knierad
Ashi-waza Bein-, Fusstechniken Ayumi-ashi normales Gehen, bei dem sich die Füssewechselseitig überholen
Awasete zusammengenommen    

B
Barai/harai fegen, wischen    

D
Dan Meistergrad De herauskommen, vorkommen
De-ashi-barai Fussfegen, den vorkommenden Fuss weiterleiten Dojo "Ort zum üben des Weges", Übungshalle

E
Eri Kragen    

F
Fumikomi eindrehen Furyo Freude an der Natur und Naturbeobachtung
Fusegi Verteidigung Fusen Gachi Sieg durch Nichtantreten des Gegners

G
Gaeshi von Kaesu, zurückgeben; hier kontern Gake einhängen
Garami beugen, verdrehen Gari sicheln
Goshi/Koshi Hüfte Guruma Rad

H
Hadaka frei, nackt Hadaka-jime freies, nacktes Würgen
Hane federn, emporschnellen Hane-goshi Hüftspringwurf
Hane-makikomi schnelles Einrollen Hansoku-make Disqualifikation
Hara-gatame mit Hilfe des Bauchs hebeln Harai fegen
Harai-goshi Hüftfegen Hikkomi hineingehen
Hikkomi-gaeshi erlaubter Übergang zur Bodenlage Hiza Knie
Hiza-gatame mit dem Knie hebeln Hiza-guruma Knierad
Hon Haupt, hier: Grundform    

I
Ippon Punkt, vorzeitiger Sieg Ippon-seoi-nage Punkt-Schulterwurf

J
Judo sanfter (nachgebender) Weg Juji Kreuz, über Kreuz
Juji-gatame Kreuzhebel Juji-jime Kreuzwürgen

K
Kami vom Kopf her Kami-shiho-gatame Kopfvierer, vom Kopf her festhalten
Kansetsu-waza Hebeltechniken Kata Schulter, Form, Eins
Kata-gatame Schulter-Haltegriff Katame fixieren, unbeweglich machen
Kata-guruma Schulternad Kata-te-jime mit einer Hand würgen
Kenka Streit Kenka-yotsu gegengleiche Auslage; Rechtskämpfer gegen Linkskämpfer
Kesa Schärpe Kesa-gatame Schärpen-Haltegriff
Kinsa kleinster Vorteil Ko klein
Koka kleine Wertung Komi von komu: hineingehen
Koshi-guruma Hüftrad Koshi-waza Hüfttechniken
Ko-soto-gake kleines äusseres Einhängen Ko-soto-gari kleine Aussensichel
Ko-uchi-gari kleine Innensichel Ko-uchi-maki-komi kleines inneres Mitfallen
Kuchiki wörtlich: »ein morscher Baum« Kuchiki-taoshi »einen morschen Baum umdrücken«
Kumi-kata Form des Greifens, Grifftechnik Kuzushi Gleichgewichtbrechen
Kuzure Variante, Abart Kuzure-kesa-gatame Variante des Schärpen-Haltegriffs
Kyu Schülergrad    

M
Mae vorwärts, vorne Mae mawari ukemi Judorolle vorwärts
Mae-ukemi Fallübung vorwärts Mate Stop; unterbrechen
Maki einrollen Maki-korni einrollen
Mata Schenkel Mokuso »Schweben der Gedanken», konzentrieren
Morote mit beiden Händen Morote-gari mit beiden Händen sicheln
Morote-seoi-nage Schulterwurf mit beiden Händen    

N
Nage werfen Nage-no-kata die Form des Werfens
Nage-waza Wurftechnik    

O
O gross O-goshi grosser Hüftwurf
Okuri beide Okuri-ashi-barai beide Beine fegen, Fussnachfegen
Okuri-eri-Jime vom Rücken mit beiden Kragen würgen Osae-komi Haltegriff
O-soto-gari grosse Aussensichel Otoshi stürzen, niederfallen
O-uchi-gari grosse Innensichel O-guruma grosses Rad

R
Randori Kampfübung, Übungskampf Rei grüssen; Kommando zum Gruss
Renraku kombinieren Renraku-waza Kombinationstechniken
Ritsu-rei Grüssen im Stehen    

S
Sankaku-jime Würger mit den Beinen Sankaku-gatame mit den Beinen halten oder hebeln
Sankaku Dreieck Sasae stoppen, halten
Sasae-tsuri-komi-ashi Fussstopwurf, Hebezugfusshalten Se Rücken
Seoi auf den Rücken nehmen Seoi-nage Schulterwurf
Shiai offizieller Wettkampf Shido Belehrung, Bestrafung
Shiho vier Punkte Shime-waza Würgetechniken
Shisei judomässiges Stehen Sono-mama »Nicht bewegenl«
Sore-made Kampfende, wörtl.: »Bis dahin!» Soto aussen
Soto-maki-komi äusseres Mitfallen Sukei Schaufel
Sukui-nage Schaufelwurf Sumi Ecke
Sumi-gaeshi Eckenkippe Sutemi sein Gleichgewicht opfern/aufgeben
Sutemi-waza Opfertechniken    

T
Tachi Stand Tai Körper
Tai-sabaki Körperdrehungen Tate vertikal, senkrecht, längs
Taoshi umdrücken Te Hand
Te-waza Handtechniken Toketa Haltegriff gelöst
Tokui-waza Spezialtechnik, Lieblingstechnik Tomoe wirbeln
Tori Angreifer, Ausführender Tsugi-ashi die Füsse nachziehen, ohne dass sie sich überholen
Tsuri angeln, Hebezug    

U
Uke an ihm wird die Technik ausgeführt Ukemi Fallübung
Uki schweben Uki-gatame Schwebe-Haltegriff
Uki-goshi Hüftschwung Uki-otoshi Schwebesturz
Uki-waza Schwebewurf Ura-nage Rückwurf; Wurf nach hinten
Ushiro rückwärts, nach hinten Ushiro-goshi Hüftgegenwurf
Ushiro-kesa-gatame rückwärtiger Schärpen-Haltegriff Ushiro-ukemi Fallübung rückwärts
Utsuri-goshi Wechsel-Hüftwurf Utsuri wechseln, auf die andere Seite

W
Waki Körperseite Waki-gatame mit Hilfe der Körperseite hebeln
Waza Technik Waza-ari halber Punkt

Y
Yakusoku-geiko Üben nach Absprache Yoko seitlich, ueitwärts, Seite
Yoko-gake seitliches Einhängen Yoko-goruma Seitrad
Yoko-otoshi Seitsturz, den Partner zur Seite stürzen Yoko-shiho-gatame Seitvierer
Yuko mittlere Wertung im Wettkampf    

Z
Za-rei Grüssen im Knien Za-zen Fersensitz

Dojo bzw. Info

Sporthallen des Remigianum Borken
Josefstr. 6
46325 Borken

Tel.: 02861-62421

Email: Info@jc-borken.de

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